Kategorie: Unterwegs

Heidelberg – Mannheim – Speyer, Kurztrip

Ich bin diesen Monat nicht zum Wandern gekommen. Arbeit, Freunde, und Familie sind eben manchmal doch wichtiger. Da ich aber am Freitag in Heidelberg sein will, dachte ich mir dass ich das Wochenende zu Fuß verbringen möchte.

Ein Pilgerweg ist es nicht, das steht fest. Stattdessen werde ich, erst immer am Neckar, dann am Rhein, laufen. Und statt den geplanten 120 Kilometern in drei Tagen halt nur 50 in zwei laufen. Das ist immer noch etwas Entspannung und ein Versuch, nicht aus der Übung zu kommen.

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Alle spanischen Jakobswege, mit Kurzbeschreibung

Oder: „Die Liste, die ich mir damals gewünscht hätte“

Der Camino Frances

Oft der Weg, von dem Menschen sprechen, wenn sie vom Jakobsweg reden. Bekannt aus Filmen und Büchern, und auf abfällig die „Pilgerautobahn“ genannt, weil mehr als 80 Prozent der Pilger, welche in Santiago ankommen, irgendwo auf dem Frances gestartet sind. Über etwa 780 Kilometer führt dieser von St. Jean-Pied-de-Port in Frankreich nach Santiago. Dabei durchquert er die hügelige Landschaft Navarras, die spanische Hochebene (die Meseta), und das grüne Galizien.

Der Camino del Norte

An den Küsten Nordspaniens entlang ist der Norte eine landschaftlich sehr schöne, etwas längere Variante des Ost-West Jakobswegs. Auf sehr hügeligen 840 Kilometern geht es von Irún nach Arzua, wo man die letzten zwei Etappen auf dem Camino Frances beendet. Hier laufen die, denen der Camino Frances zu voll oder schon zu bekannt ist, Foodies welche die teuren aber sehr schönen Restaurants an der Küste besuchen wollen, und Pilger, denen es mehr um die körperliche als die spirituelle Seite des Pilgern geht.

Der Camino Primitivo

Nicht „primitiv“ sondern „der Erste“. Mit seinen 330 Kilometern und elf Tagen könnte man meinen, dass der Primitivo langweilig oder einfach wäre. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Die Etappen auf dem Primitivo gelten als einige der schwersten in Spanien, und nur die Aussicht in wenigen Tagen auf dem (viel) leichter zu laufenden Camino Frances aufzuschließen verlieht so manchem Pilger die Kraft die langen ud steilen Etappen durchzustehen.

Der Camino Ingles

Ein kurzer, aber sehr schöner Camino, welcher (wie der Name „Ingles“ impliziert) von der Küstenstadt Ferrol nach Santiago führt. Hier kommen Pilger mit dem Schiff aus Großbritannien und den skandinavischen Ländern an, laufen 119 Kilometer bis Santiago, und haben schöne vier bis sechs Tage in Galizien verbracht. Da der Gesamtweg mehr als 100 Kilometer beträgt kann man auch für diese Strecke eine Compostela erhalten.

Die Via de la Plata

Der „Silberweg“ war die bevorzugte Pilgerroute während der muslimischen Herrschaft in Spanien. Von Sevilla läuft man 960 Kilometer auf einem insgesamt sehr angenehmen, teilweise ein bisschen anstrengenden, Weg bis Granja de la Moreruela, wo wir auf den Camino Sanabres treffen, und diesen bis fast vor Santiago weiterlaufen.

Der Camino Sanabres

Selten laufen Pilger diesen Weg spezifisch. Die meisten kommen von der Via de la Plata und gehen die 370 Kilometer weiter bis ans Ende des Sanabres in Astorga. Von dort geht es auf den Camino Frances, und am Ende der Pilgerschaft hat man etwa 1400 Kilometer hinter sich gebracht.

Der Camino de Invierno („Winterweg“)

Ein sehr kurzer Weg, welcher wegen seiner Eignung als Winterweg gerne in den späteren oder früheren Monaten des Jahres gelaufen wird. Anders als auf dem Camino Frances ist hier auch die Infrastruktur auf Winterpilger eingestellt und schließt nicht im November ihre Pforten. Die 300 Kilometer sind leicht geschafft und auch dreck- und matschfrei.

Der Camino de Fisterra

Also Bonus laufen einige Pilger den Weg von Santiago nach Muxia und Fisterra. Der Weg ist, nach den Kilometern der vorhergehenden Caminos, eigentlich sehr einfach zu gehen. Ein bisschen auf und ab, aber am Ende erwartet den Pilger die wirkliche „Belohnung“ des Jakobswegs: die 0,0 Kilometer Markierung(en) in Muxia und Fisterra. Schöne Sonnenuntergänge, ein ganz anderes Feeling als auf dem Weg vorher. Ein Beitrag zu diesem sehr empfehlenswerten Anhang, gibt es sehr bald.

Der Mosel Camino: Ein Jakobsweg von Koblenz nach Trier, die Zusammenfassung

So, jetzt bin ich also fertig. Acht Tage „entlang“ der Mosel, von Koblenz-Stolzenfels nach Trier. „Entlang“ ist in Anführungsstrichen, weil der Mosel Camino (MC) eigentlich nicht wirklich dem Verlauf des Flusses folgt, sondern seine Windungen direkt, über die Hügel dazwischen, überquert.

Insgesamt waren es 184 Kilometer, 5000 Höhenmeter, acht Tage, und eine ganze Menge Weinberge, Reben, und absolut atemberaubende Aussichten, sowie einige schöne, romantische Abende.

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Interlude: Hör Mal!

Am Anfang war, wie so oft, die Freundschaft. Eine Unterhaltung am Abend, Einschlafschwierigkeiten. Das war der Tag, an dem ich rausfand, dass meine Stimme dann doch nicht ganz so schlimm ist, wie ich immer dachte. Und dass ich vorlesen kann.

Aus dem Vorlesen in Person wurde das Vorlesen am Telefon, wenn ich mal weg war. Was, leider, ziemlich häufig vorkam. Und aus dem Telefon, welches mit seinem Tuten die Empfängerin aufweckte wenn sie einschlief und ich fertig gelesen hatte, wurde ein MP3.

Dann kamen die Wanderungen. Meine „Abenteuer“ waren genau das Richtige für das abendliche MP3, also nahm ich das auf. Und dann der Gedanke, dass ich ja auch noch ein paar Leser habe, die visuell eingeschränkt sind. Also lud ich den ganzen Täterä auf eine Podcast-Hosting Seite hoch, damit die auch meine Blogposts hören konnten.

Sechs Wochen später schaute ich dann mal rein statt nur hochzuladen. Einer meiner Bekannten hatte den Podcast auf einem Forum und Facebook verlinkt, ein paar Hörer waren dazu gekommen, die dann auch wieder… kurz, ich hatte 900 Zuhörer.

Das macht mir ein bisschen Angst, wenn ich ehrlich sein soll. So gut bin ich dann auch wieder nicht. Ich lese nur ganz gerne und mittelmäßig OK vor. Aber, irgendwie, scheint’s doch gehört zu werden. Und damit habe ich wohl jetzt, seufz, einen Podcast. Hier kann man ihn beziehen:

Oder einfach mal hier reinhören:

Vorbereitungen: Der Mosel Camino

Gerade einmal zwei Wochen ist es her seit ich vom Camino Frances, dem bekanntesten der Jakobswege (danke HaPe), zurückgekommen bin. Zwei Wochen mich wieder auf das Leben in der Stadt, mein eigenes Bett und die Tatsache dass es vor acht Uhr abends etwas zu Essen gibt. Zwei Wochen in denen viel passiert ist, und die Welt sich ein Stück weit weiter gedreht hat.

Und zwei Wochen in denen mir zwei Dinge sehr bewußt wurden: Ich bin noch nicht fertig mit dem Wandern und das Wandern hat mir mal wieder verdammt gut getan.

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