Kategorie: Mosel Camino

Der Mosel Camino: Ein Jakobsweg von Koblenz nach Trier, die Zusammenfassung

So, jetzt bin ich also fertig. Acht Tage „entlang“ der Mosel, von Koblenz-Stolzenfels nach Trier. „Entlang“ ist in Anführungsstrichen, weil der Mosel Camino (MC) eigentlich nicht wirklich dem Verlauf des Flusses folgt, sondern seine Windungen direkt, über die Hügel dazwischen, überquert.

Insgesamt waren es 184 Kilometer, 5000 Höhenmeter, acht Tage, und eine ganze Menge Weinberge, Reben, und absolut atemberaubende Aussichten, sowie einige schöne, romantische Abende.

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Der Mosel Camino, Tag 6: von Traben-Trarbach nach Kesten

Vielleicht ist es der Wein, vielleicht die romantische Gegend, oder eine Kombination der Beiden. Vielleicht habe ich auch nur eine dreckige Fantasie. Wenn man aber von der Liebesschlucht über den Bummkopf zum Seitensprung wandert, und dann einen Höhepunkt erreicht, dann gibt’s da schon etwas Gekichere.

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Mosel Camino, Tag 5: von Bullay nach Traben-Trarbach

Die großen Lügen der Menschheit: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“; „I did not have sexual relations with that woman“ und „steigt der Weg sanft an…“

Je weniger man von Bullay erzählt, desto besser. Eine typische Kleinstadt, in der am Sonntag auch die Cafes und Kneipen geschlossen haben, und niemand Kreditkarten nimmt. Bei Kreditkarten in Deutschland prallen zwei Welten aufeinander: der Komfort des Zahlers und die Kosten für den Bezahlten. Im Umfeld sind da natürlich auch noch Ängste um den Datenschutz und darum, die Gute Alte Zeit der Barzahlung zu verlieren.

Bullay ist ein „gute alte Zeit“ Dorf. Immerhin hat es eine Volksbank, deren Automat aber ständig leer ist, weil eben niemand Kreditkarten akzeptiert.

Nach Bullay geht es erst flach an der Mosel entlang, bis nach Zell. Zell ist eine schöne, wenn auch ein bisschen touristische, Stadt. Christine’s Zug kam erst um Zehn, also essen wir schnell etwas zu Mittag, Winzertorte und Zwiebelkuchen (lecker!), holen uns einen Stempel in der Zeller Tourist Information, nachdem wir in den Kirchen abgeblitzt sind, und ziehen weiter.

Der „sanfte“ Anstieg hinter Zell entpuppt sich als schweißtreibender Aufstieg durch Brennesseln und Brombeeren. Selbst das Fußbad, welches Linderung hätte spenden können, ist von den Dingern überwachsen. Also weiter rauf den Hügel bis, nach 400 Höhenmetern, eine wunderbare Aussicht auf uns wartet.

Kaum hat man sich an die Aussicht gewöhnt, und fühlt sich schon fast ein bisschen für die Anstrengungen belohnt, geht es wieder in den Wald, auf die andere Seite der Moselschleife. Dort bietet der Abstieg nach Enkirch noch einmal Ausblicke und lässt das Herz ein bisschen höher schlagen.

Enkirch ist Bullay’s kleiner Nachbar im Geiste. Restaurants und Beizen sind am Montag geschlossen, nur ein Getränkemarkt hat, barmherziger weise, offen. Gut, ne Flasche Cola Light ist besser als gar nichts, und wir waschen damit halt die mitgebrachten Proteinriegel an der Mosel herunter bevor wir uns auf den Weg nach Traben-Trarbach machen.

In Enkirch gibt es einen Campingplaz an der Mosel. Dort parken heute Fernreisemobile, massive Wohnmobile, wüstentauglich, für ein Treffen. Wir sitzen mit einem Paar aus dem Ruhrpott, essen und trinken, starren auf die Mosel, und das Fernweh packt mich ganz schön. Hier bin ich, Pilger, Kilometerjunkie, Wanderer, Rucksackmensch, und die Dieselmotoren der Mobile hinter mir riechen nach Abenteuer und Wüstensand, nach mit geliebten Menschen die Welt bereisen, nach Neuem erleben. Es dauert einige Minuten bis ich wieder runter komme, bis ich wieder weiß, dass ich ja auch so, meine Welt neu erlebe. 

Das Park Hotel in Traben-Trarbach hat als Einziges noch Zimmer. 105 Euros sind zwar ein stolzer Preis, nicht kompatibel mit dem Pilgerleben, aber was soll man machen. Morgen ist Weinfest in Bernkastel-Kues, 300’000 Menschen werden erwartet, und die Hotels und Hostels sind ausgebucht. Immerhin hat die Pilgerherberge, angeblich eine der Besten in Deutschland, noch Platz. Ich habe bei weitem noch nicht alle gesehen, aber was man so hört könnte das wirklich der Fall sein.

Wir lassen den Tag mit einer Flasche guten Rotweines und nettem Essen auf der Terrasse ausklingen. Morgen geht’s nach Kesten, etwas ab vom Jakobsweg, weil in Monzel auch kein Platz mehr war. Immerhin können wir uns den Aufbau zum Weinfest in Bernkastel-Kues anschauen, wenn wir durchkommen.

Der Mosel Camino, Tag 4: von Treis-Karden nach Bullay

Das Problem mit lieben, alten, Damen, ist deren Schwerhörigkeit und Schlaflosigkeit. Ich lebe seit 4 Jahren in Deutschland, lerne jeden Tag etwas Neues. Heute Nacht habe ich gelernt, dass deutsches Late-Night TV echt scheiße ist.

Muss ich die Landschaft erwähnen? Schöne Ausblicke auf die Mosel, Weinberge, Wälder. Der Weg steigt sanft an, weicher Waldboden macht mich einmal mehr glücklich, und schon bald stehe ich vor Kloster Maria Engelport. Der Camino macht’s mal wieder möglich: das Cafe ist nur am Sonntag geöffnet, und heute ist Sonntag. Sie seien neu, sagt mir die Betreiberin, das Kloster wolle erst einmal sehen ob sich Kaffee und Kuchen lohnen. Für mich auf jeden Fall.

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Der Mosel Camino, Tag 3: von Alken nach Treis Karden

Heute geht’s nach Treis-Karden, und da freue ich mich. Aber nicht so sehr, wie darauf, dass ich ab Bullay eine tolle Wanderbegleitung haben werde. Christine, eine gute Bekannte, stößt dort dazu, was nicht nur bedeutet, dass ich mal ausschlafen kann (sie kommt erst um 10 an), sondern auch, dass ich jemanden zum Duett-Singen habe.

Heute ist so viel passiert, das kann man eigentlich gar nicht in ein Blogpost packen. Aber ich versuchs trotzdem. Wütende Winzer, wichtige Würdenträger und Singende Segler, und das ist nur der Anfang.

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Der Mosel Camino, Tag 2: Von Koblenz nach Alken

Ich schlafe unruhig. Lange Zeiten liege ich wach, in meinem stickigen Zimmer an den Bahngleisen, nur unterbrochen von kurzen Phasen mit komischen Träumen. Als der Wecker um 6 Uhr 30 geht bin ich schon auf und packe.

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Der Mosel Camino, Tag 1: Anreise

Eigentlich weiß ich gar nicht, ob ich das hier „Tag 1“ nennen soll. Gelaufen bin ich wenig, nur 16 Kilometer, und der „richtige“ Camino fängt ja auch erst in Stolzenfels an. Dann sind aber einige Sachen passiert, von denen ich Euch erzählen möchte, und damit ist das eben Tag 1.

Es fängt schon ganz gut an. Züge nach Koblenz aus Saarbrücken stoppen in einem Kaff namens Kobern-Gondorf, von welchem aus ich den Schienenersatz-Verkehr nach Koblenz nehmen muss. Toll. Der Rucksack ist heute auch schwer, fühlt sich einfach „falsch“ an, und ich denke ich habe wichtige Dinge in Saarbrücken bei Freunden vergessen.

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Der Mosel Camino: Letzte Vorbereitungen

Entgegen der Ratschläge einiger Pilger welche den Mosel Camino bereits in den letzten Jahren gelaufen sind, habe ich mich entschlossen keine Zimmer vorher zu buchen. Soweit möglich möchte ich einfach irgendwo ankommen, dort ein Zimmer suchen, und am nächsten Tag weiterlaufen.

Rheinsteig Wegmarkierung

Die Strecke von 165 Kilometern bei anstrengenden aber durchaus nicht extremen Höhenunterschieden könnte, nach meiner Erfahrung mit längeren Wanderungen, in etwa sechs Tagen locker und ohne Puste gelaufen werden, also sind die geplanten acht mehr oder weniger einfach zu schaffen.

Da aber ab dem 15. mein Haus bei Frankfurt leer steht, meine Sachen auf dem Laster nach Saarbrücken sind, und ich sowieso nichts zu tun habe, habe ich mich entschieden noch einige Etappen des Rheinsteigs in Richtung Koblenz zu laufen. Als Einstimmung, sozusagen.

Der Rhein bei Bingen, vom Rochusberg aus gesehen.

Mit kommt: der Rucksack, auf jeden Fall, mein zusammenschraubbarer Pilgerstab, die Muschel, zwei Paar Unterwäsche und T-Shirts, Regenjacke, Wanderhose, Abendhose (Jogging), das Chromebook, das Handy, und ein paar Kleinigkeiten wie Medikamente und Wasserflasche. Totalgewicht: weniger als sechs Kilo, also weniger als die maximal 10 Prozent des Körpergewichts, die so ein Rucksack wiegen sollte.

Los geht’s in 10 Tagen oder so, dann geht es mit dem Zug an den Rheinsteig um die Strecke von Kamp-Bornhofen nach Braubach zu laufen, die als die schönste Etappe bekannt ist. Auch wenn die St. Goarshausen Strecke dank der Loreley all den Ruhm abbekommt, hier sieht man den Rhein oft und lange, läuft über schöne Wege, und kann die Weinberge genau so genießen wie den Wind im Rücken und den Wein in der Seele.

Vier Tage später bin ich dann auf dem Mosel Camino. Ein anderer Fluß, andere Weine, aber genau so viele Berge, Täler, und hoffentlich Geschichten.

Der Mosel Camino: Pilgerpässe in Trier

Was wäre ein Camino ohne Pilgerpass? Zwar kann man sich (gerüchtweise) einen solchen auch am Startort des Mosel Camino besorgen, aber sicherer war es, das Heftchen (für die üblichen 5€) im Pilgerbüro der Dom-Info in Trier zu besorgen. Also ging es heute, weil sowas Spaß macht, an den Endpunkt der kommenden Wanderung, um einen Solchen zu erwerben.

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Vorbereitungen: Der Mosel Camino

Gerade einmal zwei Wochen ist es her seit ich vom Camino Frances, dem bekanntesten der Jakobswege (danke HaPe), zurückgekommen bin. Zwei Wochen mich wieder auf das Leben in der Stadt, mein eigenes Bett und die Tatsache dass es vor acht Uhr abends etwas zu Essen gibt. Zwei Wochen in denen viel passiert ist, und die Welt sich ein Stück weit weiter gedreht hat.

Und zwei Wochen in denen mir zwei Dinge sehr bewußt wurden: Ich bin noch nicht fertig mit dem Wandern und das Wandern hat mir mal wieder verdammt gut getan.

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