Kategorie: BarCamps

Mehr als nur BarCamp: das #bcrm18

Das BarCamp Rhein Main ist für mich so eine Sache. Auf der einen Seite ist das Rhein-Main Gebiet für mich natürlich Nostalgie. Hier lebte, liebte, wirkte, ich für ziemlich viele Monate, hier traf ich tolle Menschen, und hier wurde ich nach meinem Umzug nach Deutschland (cue den Immigrant Song) recht warm empfangen. Auf der anderen Seite bedeutet #bcrm18 auch die plötzliche Erkenntnis, dass ich nun sechs Stunden Zugfahrt weg wohne, und vielleicht bald noch einmal sechs Stunden dazukommen. Da wird man schon ein bisschen wehmütig.

Da half es ungemein, dass das BarCamp so ein großartiger Erfolg war. Wie ich in der Abschlussrunde schon sagte und (zu großem Flamen) auf Twitter: das BarCamp Rhein Main ist der Goldstandard. Warum?

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Saarbrücken, Zucker, und Zombies… das SaarCamp 2018

Ich mag Saarbrücken. Das kann daran liegen, dass mir Ralph in der Nautilus Bar immer so schöne Cocktails serviert. Oder daran, dass die Stadt übersichtlich ist, und ich viel zu Fuß machen kann. Oder dass das Bundesland ein bisschen wie Island ist, eine kleine Horde die trotzig und stolz ihren eigenen Weg geht.

Egal warum, ich bin immer gerne auf dem SaarCamp. Letztes Jahr bin ich direkt von dort auf den Jakobsweg gegangen, dieses Jahr habe ich mir spontan ein paar mehr Tage Zeit gelassen bis es wieder los geht. Auch das zeigt, wie sehr ich das SaarCamp mag. Zwischen Umzug, Auszug aus der alten Wohnung, Prüfungen, und dem Jakobsweg, habe ich eigentlich gar keine Zeit für ein BarCamp, aber Saarbrücken zu verpassen, das ist fast undenkbar.

Dass dann #neuropsychologie auch noch auf dem Poster war… na, da kann man ja gar nicht mehr anders als zu kommen, oder?

Weil jedes gute BarCamp mit Frühstück anfängt, erstmal ein Bild davon:

Das kam nämlich von Chez Jerome, was ganz passend war. Als Anlaufstätte für Nachtwesen, die um 4 Uhr morgens noch schnell was futtern wollen, ist der ja bekannt, und was ist besser auf einen Freitags-Kater als ein Jerome-Sandwich. Mein Blutzucker hat sich den Tag über echt gefreut, zwischen Morgen-Sandwich, Mittags-Pizza, Donuts, und Pommes am Abend, aber die potentiellen sechs Monate Lebensverkürzung ist es das wert.

Essen also (die Suppen am Sonntag waren auch eine Spitzenidee) prima!

Die Eröffnungsrunde war klasse. Kurz, prägnant, kein Rumgeschwurble, und (yay!) keine „Drei Hashtags„. Witzigerweise war das SaarCamp auch eines der sozialsten und aktivsten dieses Jahr, was zeigt, dass wer kann, der kann, und braucht keine Drei Hashtags.

In der Goodie-Tüte gab’s diesmal übrigens ein Handtuch. Schade, dass Towel Day am Freitag war, aber trotzdem ziemlich cool. Außer dem Handtuch habe ich auch noch ein paar „Neuronade“ Drinkpulver abgestaubt, die muss ich mir mal angucken und vielleicht unter Bildgebung und EEG mal verifizieren. Behaupte nix auf einem BarCamp, dass du nicht verifiziert haben willst.

Ziemlich gleich danach war ich in Maria’s DSGVO Session, was leider hieß dass ich Silke’s „Reisen und Arbeiten“ Session verpasst hatte. Naja, nächstes BarCamp, aber die DSGVO ist natürlich, besonders weil ich mikka.is noch nicht konform hatte, wichtiger gewesen, und Maria ist spitze.

Dann meine Session. Seit dem letzten SaarCamp hatte ich das Thema „Sex, Drugs, and Brains“ als mein Leitthema, und es war Zeit, das Ganze zu beenden. Das Gleiche, zu oft, macht Keinem Spass, und die Idee des BarCamps ist es ja nicht, zu dozieren oder Vorträge zu halten, sondern Neues zu lernen, Anderen eine Stimme zu geben, und sich selbst weiter zu entwickeln.

Also schloss ich die „Serie“ mit 45 Minuten über den Left Brain Interpreter, Kognitivdissonanzen, und Internettrolle ab. War gut besucht, hatten Spaß (denke und hoffe ich), schöner Abschluss.

Nach dem Mittagessen verbrachte ich ein paar Minuten im Hallway Track, also draußen in der Sonne, und wir diskutierten Gehirne, Bier, und Kinder. Gefühlte zwanzig Liter e-Liquid und acht Kartons Zigaretten müssen hier weggeraucht und -gedampft worden sein.

Der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans, kam um vier. Viel erwartet hatte ich nicht, weil Politiker. Wurde dann aber ganz schön überrascht. Lieblingssatz: „Ich regiere ein ganzes Bundesland von meinem Smartphone“ — witzigerweise glaube ich ihm und denke er schafft das, wenn er von Digitalisierung und Zukunftspolitik redet. Auch toll: er hat sich den BarCamp Gedanken zu Eigen gemacht, sein „Auftritt“ war eine Session, mit Diskussion und Unterhaltung, nicht ein Vortrag oder PR Stunt. Er scheint auch ein Fan des BarCamps geworden sein, es bleibt zu hoffen, dass er sich seine Informationen und Inspirationen von den Machern des SaarCamp und nicht irgendwelchen Selbstpromotern mit Profitmotiv holt.

Das Abendessen kam, nachdem ich noch einmal kurz eine Session zum Thema Gesundheitswesen und Pflegenotstand angeboten und gehalten hatte, mit Currywurst, Pommes, Cocktails, und vielen schönen Geschichten und verspäteten Hallos. Nach ein paar Minuten rumsitzen und sich freuen, dass man in guter Gesellschaft ist, zog es mich dann doch in die Nautilus, welche ich viel, viel, zu spät verließ.

Sonntag begann, wie es für Qualitätssonntage üblich ist, etwas langsamer. Trotzdem sehr rege Beteiligung mit besserer Anwesenheit als auf vielen anderen Camps. Wieder prima Sessions, eine über den Jakobsweg (von einer „Spiritual Guide“ mit der ich dann über die Frage ob es OK ist, wenn sich ein Mann mitten in der Nacht ungefragt an eine Frau kuschelt, ein bisschen Zoff hatte), und mehr. Auf dem Hallway Track diesmal „Verrückte Dinge, die uns beim Bund passiert sind“ und „Bewerbungsgespräche die nicht wirklich lustig waren“. Also Dinge, die es einfach noch schwerer machen, dann am Sonntag wieder nach Hause zu fahren.

Toll war’s. Die Orga war spitze, die Location klasse, die Menschen toll, die Sessions aufschlussreich, und das Essen gelungen, wenn auch ein bisschen kohlenhydratlastig.

Mehr Bilder gibt’s auf Google Photos (Link zu einer Google Webseite, Ihr kennt den DSGVO Bullshit Drill).

Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder, SaarCamp. Danke für einen super-tollen Event.

Hashtags und BarCamps, Redux

Drüben auf Robert Lender’s Blog:

Egal ob mit oder ohne Hashtags. Wer sich nicht auf andere Menschen einlassen will, an dem geht etwas wichtiges an einem Barcamp vorbei.

Einfach ein Satz den man mit „precisely“ unterzeichnen muß. Hier ist aber gleichfalls das Gesamtproblem in 23 Worten umschrieben: das ist eben was das BarCamp ist. Ein Antidot zu den Veranstaltungen, von Konferenzen zu so manchen Unkonferenzen, in denen Menschen nicht miteinander sprechen, nicht aufeinander zugehen. Veranstaltungen, auf denen es Ungleichgewichte gibt, sei es zwischen „Luminarien“ und „Neuen“, „Orga“ und „Besucher“, oder „Vortragende“ und „Zuhörer“.

Hier hört aber leider auch das stabile Argument auf. Argumente für Hashtags wie auf Robert’s Blog sind wichtig. Nicht nur weil sie die Konversation vorantreiben, sondern auch weil sie Lösungen in Reichweite bringen.

So schreibt das BarCamp Koblenz (leider habt Ihr keinen Verfasser und kein Datum auf dem Blog) etwa unter „Warum muss sich bei einem Barcamp eigentlich jeder vorstellen?“:

Für Neu-Barcamper ist es häufig überraschend, dass zu Beginn jeder mal das Mikrofon in der Hand hält und etwas sagen muss. Jeder? Ja, jeder.

Und da fängt es leider schon an: auf einem BarCamp muss man gar nix, außer es ist zur Wahrung von Sach- und Personensicherheit absolut notwendig. Niemand muss sich vorstellen, niemand muss das Mikrofon in die Hand nehmen. Und Orga ist nicht Eventleitung, und damit auch nicht die entscheidende Kraft dahinter, was sein muss, auch wenn manche es zu denken scheint. Ja, ich weiß. Ein BarCamp zu organisieren ist alles andere als leicht. Ich weiß das, ich veranstalte die Dinger seit 13 Jahren. Und es ist auch finanziell nicht lohnend. Orga für Geld ist, wie ich das so gerne sage, wie die AfD für Menschenrechte und Inklusion. Aber bei all der Liebe und dem Respekt, damit habt ihr euch Hugs und Bier, und ganz viel Hochachtung verdient, aber nicht das Recht auf dem BarCamp „jeder muss auf meiner Session…“ oder „jeder muss zu meiner Session“ zu sagen.

Das zweite Argument fällt ebenfalls in diese Kerbe: „Aber ich bin schüchtern, ich mag keine Nazis (wer tut das schon, außer Nazis?), ich mag keine ${irgendwas}, ich spreche nicht gerne Menschen an, ich werde nicht gerne angesprochen, ich will wissen mit wem ich es zu tun habe.“

Und wieder die Antwort: es gibt in Deutschland dutzende, hunderte, von Veranstaltungen, die diese organisatorische Strenge und die Introversion der Hierarchie und der Gruppenbildung haben, brauchen, unterstützen. BarCamps waren, und sind, Veranstaltungen für die (kleinere) Gruppe Mensch, die eher wenig Orga will, die keine Scheu hat sich ansprechen zu lassen oder angesprochen zu werden, die — ich sag’s mal laut — sich nicht wohl fühlt in Zusammenkünften auf denen Hof gehalten wird und Menschen sich pikiert abwenden wenn man sie fragt wer sie sind.

Die Vorstellungsrunde ist gleichzeitig auch der Start der Veranstaltung, ein Ritual und gehört unbedingt zu einem Barcamp dazu. Bringt jedem Teilnehmer den Respekt entgegen, den ihr selbst erwartet.

Tut sie das? BarCamp 01, BarCamp 02, BarCamp 03 (die kenne ich verdammt gut, die habe ich mit-organisiert) Palo Alto. NYCCamp ein Jahr später (als Camps noch „Stadt+Camp“ hießen und nicht alle „BayArea“ Camps waren, auch wenn sie in Buttenheim bei Bamberg abgehalten wurden). CampAustin, 2009, Camp Northwest, Seattle, Yes By/And Yes Yes,  ProCamp, MedCamp Chicago, RomeCamp, Italien, etc.

Und das sind nur ein paar. Keines dieser Camps hatte eine Vorstellungsrunde. YxYY ist die beste Camp-Veranstaltung des Jahres, ohne Frage.

BarCamps sind keine Konferenzen. Sie sind auch eine Form der Unkonferenz, aber nicht unbedingt in allen Teilen so eingeschränkt. Sie sind, auch wenn das eine unpopuläre Aussage ist, eine Veranstaltung für natürlich extrovertierte non-Salesmen und -women. Ein Platz, ein Wochenende, eine Meute, der man sich anvertrauen kann ohne die Furcht dass man beworben wird, etwas verkauft bekommt, oder jemandem vor den Kopf stößt, weil man sie anspricht.

Auch das ist „Inklusion und Respekt“.

Ich gehe auch auf andere Veranstaltungen. Dort ist es meine Aufgabe, als Gast, mich so zu verhalten, wie die Veranstaltung es vorsieht. Ich spreche weniger Menschen an, ich gehe nicht in der Mitte einer Session aus dem Raum („Law of Feet“), ich frage bevor ich jemanden fotografiere, und ich sieze meine Gegenüber. Ich bin gerne auf solchen Events. Ich stelle mich gerne formal vor, ich habe kein Problem damit, dass es eben anders ist.

Womit ich ein Problem habe, ist wenn eine Veranstaltungsform, die geschaffen wurde um diese Ungleichheit durch Organisation und Introversion zu vermeiden, die eine Heimat für die „hey, ich bin der Mikka“ sein wollte, so lange kooptiert, verändert, organisiert, und reglementiert wird, bis sie eben wieder jeder anderen Unkonferenz und Konferenz gleicht.

Ich habe auch kein Problem mit Diskussionen, ich habe ein Problem mit der Idee, dass die Zuflucht, die das BarCamp sein sollte, und die es berühmt und beliebt gemacht hat, jetzt mit „denkt denn niemand an die…“ Argumenten geschlossen wird, und genau zu der Veranstaltung wird, vor der man geflohen ist.

Eine BarCamp-Kultur auf der gesiezt wird, auf der Menschen öffentlich ihre Dienste bewerben statt den Laptop aufzumachen und ihre Geheimnisse zu verraten, auf der man „ich fühle mich unwohl wenn ich angesprochen werde“ nicht nur ein- oder zweimal im Jahr sondern mindestens einmal pro Camp hört, das ist kein BarCamp mehr.

Und eine BarCamp Kultur, sorry BarCamp Koblenz, auf dem man etwas tun muss, weil das „Ritual“ ist, das ist auch kein BarCamp mehr. Und, nur so als Hinweis, das „Law of Feet“ und das „Law of Presence“ gilt auch für die „Öffnungsveranstaltung“.

Bild: von Adam-Ädämski-Rohn.

Warum ich gegen die “Drei Hashtags” bin

Die „drei Hashtags“ haben sich auf deutschen (und einigen deutschsprachigen) BarCamps mehr oder weniger als „das war schon immer so“ Standard eingeschlichen. Wer genau damals auf die Idee kam, ein Mikrofon herumzureichen und die komplexen, wunderbaren, tollen, Menschen die ein Camp ausmachen auf drei Marketer-Slogans zu reduzieren konnte mir niemand verraten. Gründe für die Hashtags scheint es also zu geben, und wenn es nur eine gehörige Dosis RWA ist, aka „das haben wir schon immer so gemacht“.

Was sind die Gründe dagegen? Als zugegebener anti-Hashtagger bin ich hier natürlich nicht objektiv, aber kann zumindest einmal versuchen, meine Gedanken darzulegen.

Es ist „Orga“, nicht „organisch“, und damit antithetisch zum BarCamp Gedanken

BarCamp Orga sollte so dünn und unsichtbar wie möglich sein. Eine fast schon erzwungene Teilnahme an einer Gruppenaktivität ist das Gegenteil des BarCamp Gedankens. Die „Unkonferenz“ Komponente des BarCamps stellt ja durchaus Wege bereit, Hashtag-Runden anzubieten. So wäre es zum Beispiel ein Gedanke, diese per-Session am Anfang einer Solchen zu haben. Oder sie als eigenständige (kurz-)Session anzubieten, auf der Hashtags ausgetauscht werden. In der Tat ist das Argument, dass dann ja da nicht jeder hingehen würde ein perfektes Argument gegen die drei Hashtags — alles was per fiat erzwungen werden muss hat eigentlich auf einem BarCamp nichts verloren.

Es ist „Labeling“

Die BarCamp Idee ist ja auch, aus seiner eigenen Zone heraus zu wachsen. Sowohl die unpersönliche Natur eines in die Luft gerufenen Marketing-Slogans („Markus, #travel #food #agile“) als auch das dadurch entstehende Labeling arbeitet gegen diese Befreiung von der restriktiven Natur unserer alten Echokammer. Statt Menschen zu treffen, deren Interessen oder Angebote uns etwas versprechen, sind BarCamps eine verdammt gute Gelegenheit, einfach nur Menschen zu treffen. Aus unserer eigenen Interessenkomfortzone heraus. Ob Jan und Jenna #travel mögen ist weniger interessant als deren Gesamtheit als Individuuen, als komplexe, faszinierende, Gewebe aus so viel mehr als den ersten Attributen.

Wer sich immer nur in seiner eigenen Zone bewegen möchte, wer lieber weiterhin die selben Themen betrachtet, wer Andere als Empfänger und Sender eines kleinen Teils des unendlichen Universums an Interessen und Ideen sieht, der ist auf dem BarCamp eher nicht an der richtigen Adresse.

Wir haben unsere „drei Hashtags“ ja sowieso schon überall

Auf unseren Nametags, auf der Twitterwall, in der Anmeldung. Mehr und mehr werden so BarCamp Teilnehmer zu drei autoselektiven Themen reduziert statt einfach zwei oder mehr Menschen in einen Haufen zu werfen, wilde Gespräche zu finden, und sich so kennenzulernen und Neues mit nach Hause zu nehmen. Jeder Mensch hat ein oder mehrere Steckenpferde. Ich bin da auch nicht ausgenommen. Das BarCamp ist eigentlich der perfekte Platz, mal nicht „der MySQL Typ“ oder „der Arzt“ oder „die Java Programmierin“ zu sein.

Das „Introversions“ Argument ist nicht besonders überzeugend

Eigentlich sollen BarCamps ja durch die Extraversion der Augenhöhe einen Gegenpol zu den traditionellen Konferenzen und der Introversion der geführten Planung darstellen. Ein kleines Nest für die, die sich auf solchen Konferenzen nicht wohl fühlen. Die ver-Organisierung der Camps durch mehr und mehr Struktur treibt diese weiter in die Richtung dessen, was man am stärksten vermeiden wollte: geführtes und vergütetes Lehren. In diese Kerbe schlagen auch die Unsäglichkeit der bezahlten Orga, die Liste an „Reglements“ (interessanterweise wird die „keine Einführungsveranstaltung über 15 Minuten“ Regel da immer rausgelassen), und eben solche Dinge wie per fiat Events und Aktionen auf einem Camp.

Conclusio

Events, die das Kennenlernen erleichtern sind keine schlechte Idee. Statt jedoch diese durch Einbindung in bestehende Strukturen zu erreichen, sollte eine Orga Möglichkeiten schaffen, die es den Teilnehmern leichter macht, solche in Autoregie zu realisieren. Wer auf BarCamps geht, der kommt, weil die Idee der losen und leichten Assoziation, das Bildermachen, das Twittern, das „drüber Reden“, das Beisammensein, das „aufeinander auf Augenhöhe zugehen“, und das „Neue(s) Kennenlernen“ interessant erscheinen. Man kommt, weil man Keynotes und Einführungen, „Vorträge“, selbstverliebtes „Conference Pod“ Verhalten, und Anderes eben uninteressant findet. Gerade ConfPods, die Tatsache dass immer die gleichen Menschen in ihrem „Pod“ zusammenstehen, sind antithetisch zum BarCamp. Wer aufsteht, auf eine neue Person zugeht, sagt „hey, was machst Du denn Interessantes“, der lebt das BarCamp. Und in einer solchen Atmosphäre braucht man keine Hashtag Vorstellung, man braucht den BarCamp Spirit und den Willen, das BarCamp und seine Ideale hochleben zu lassen.

Lösungen (Addenda)

Nach einem Tag der Diskussion (welche hier und auf Twitter nachverfolgt werden kann), die berechtigte Forderung nach Lösungen statt Motzen. Hier also meine Gedanken:

1. Das „CampWiki“ ist eine stark vernachlässigte Komponente des BarCamps. Es, zusammen mit der eigentlichen Idee des „Campierens“ statt „Besuchens“, oder heute des „Lagerfeuergedankens“, stellt eigentlich das Rückgrat eines jeden *Camps dar. Auf diesem Wiki sollten die Teilnehmer sich auch vorstellen können, ad hoc Sessions planen, Outings und Abendveranstaltungen organisieren, und mehr. Genau wie der Rest des Camps ist sowas natürlich Basisdemokratisch und nicht verpflichtend. Angeboten werden sollte es aber auf jeden Fall, und ein Wiki aufzusetzen und in die Freiheit zu entlassen ist ja auch nicht so schwer.

Auf einem solchen Wiki kann man dann, wie das eigentlich immer gemacht wurde, eine CampHashtags Seite einrichten, auf der nicht nur Menschen Tags sondern auch Tags Menschen zugeordnet werden können.

2. Eigentlich ist das ConfPod ja unerwünscht. Man könnte aber zum Beispiel die erste Morgensession durch einen Hallway Track, verbunden mit einer Camp Einführung für Neue ersetzen. Wer sich ungerne an Menschen wendet oder nicht sprechen mag bis die „Fronten“ geklärt sind, der kann sich dort Anregungen holen und unverbindlich vorstellen. Sessions sind ja eigentlich nicht der Kern des BarCamps sondern das Zusammensein in einer Lagerfeuer-atmosphäre.

3. Egal ob Wiki, Blog, Forum, oder eine andere Lösung, eine Vorstellung mit der Anmeldung aus der „Meet Me“ Cards erstellt werden, die zusammen mit dem Twitter-Stream an die Wand projiziert werden. Also eine Galerie an Teilnehmern, online und via visual Media an der Wand.

Note: Auch wenn das Bild oben von einem BarCamp kommt, heißt das nicht, dass ich mich an dieses BarCamp richte. Ich hatte nur so ein schönes Bild von einer Opening Session, und da hat sich das angeboten. Ich richte mich, in der Tat, an kein spezifisches BarCamp, sondern gegen einen Trend den ich gerne im Keim erstickt sehen würde. Die BarCamps welche ich besucht habe (und von welchen ich Bilder habe) waren wirklich alle Spitzenevents.

BarCamp Heilbronn (#bchn18) Nachgedanken und Bilder

BarCamps kommen in allen Größen und Zusammensetzungen. Manche schaffen es sogar, genau die richtige Größe und Zusammensetzung für Erfolg zu haben. Das #bchn18 gehört, meines Erachtens nach, dazu.

Nachdem ich die Einführungsveranstaltung leider nicht ganz vom Anfang hatte sehen können kam ich immer noch rechtzeitig um meinen Namen zu hören und eines der Bilder des ersten BarCamps (2005 in Palo Alto) auf dem Schirm zu sehen. Mal eine andere Begrüßung, das muss ich zugeben.

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