Autor: Mikka Seite 2 von 4

Heidelberg – Mannheim – Speyer, Kurztrip

Ich bin diesen Monat nicht zum Wandern gekommen. Arbeit, Freunde, und Familie sind eben manchmal doch wichtiger. Da ich aber am Freitag in Heidelberg sein will, dachte ich mir dass ich das Wochenende zu Fuß verbringen möchte.

Ein Pilgerweg ist es nicht, das steht fest. Stattdessen werde ich, erst immer am Neckar, dann am Rhein, laufen. Und statt den geplanten 120 Kilometern in drei Tagen halt nur 50 in zwei laufen. Das ist immer noch etwas Entspannung und ein Versuch, nicht aus der Übung zu kommen.

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Alle spanischen Jakobswege, mit Kurzbeschreibung

Oder: „Die Liste, die ich mir damals gewünscht hätte“

Der Camino Frances

Oft der Weg, von dem Menschen sprechen, wenn sie vom Jakobsweg reden. Bekannt aus Filmen und Büchern, und auf abfällig die „Pilgerautobahn“ genannt, weil mehr als 80 Prozent der Pilger, welche in Santiago ankommen, irgendwo auf dem Frances gestartet sind. Über etwa 780 Kilometer führt dieser von St. Jean-Pied-de-Port in Frankreich nach Santiago. Dabei durchquert er die hügelige Landschaft Navarras, die spanische Hochebene (die Meseta), und das grüne Galizien.

Der Camino del Norte

An den Küsten Nordspaniens entlang ist der Norte eine landschaftlich sehr schöne, etwas längere Variante des Ost-West Jakobswegs. Auf sehr hügeligen 840 Kilometern geht es von Irún nach Arzua, wo man die letzten zwei Etappen auf dem Camino Frances beendet. Hier laufen die, denen der Camino Frances zu voll oder schon zu bekannt ist, Foodies welche die teuren aber sehr schönen Restaurants an der Küste besuchen wollen, und Pilger, denen es mehr um die körperliche als die spirituelle Seite des Pilgern geht.

Der Camino Primitivo

Nicht „primitiv“ sondern „der Erste“. Mit seinen 330 Kilometern und elf Tagen könnte man meinen, dass der Primitivo langweilig oder einfach wäre. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt. Die Etappen auf dem Primitivo gelten als einige der schwersten in Spanien, und nur die Aussicht in wenigen Tagen auf dem (viel) leichter zu laufenden Camino Frances aufzuschließen verlieht so manchem Pilger die Kraft die langen ud steilen Etappen durchzustehen.

Der Camino Ingles

Ein kurzer, aber sehr schöner Camino, welcher (wie der Name „Ingles“ impliziert) von der Küstenstadt Ferrol nach Santiago führt. Hier kommen Pilger mit dem Schiff aus Großbritannien und den skandinavischen Ländern an, laufen 119 Kilometer bis Santiago, und haben schöne vier bis sechs Tage in Galizien verbracht. Da der Gesamtweg mehr als 100 Kilometer beträgt kann man auch für diese Strecke eine Compostela erhalten.

Die Via de la Plata

Der „Silberweg“ war die bevorzugte Pilgerroute während der muslimischen Herrschaft in Spanien. Von Sevilla läuft man 960 Kilometer auf einem insgesamt sehr angenehmen, teilweise ein bisschen anstrengenden, Weg bis Granja de la Moreruela, wo wir auf den Camino Sanabres treffen, und diesen bis fast vor Santiago weiterlaufen.

Der Camino Sanabres

Selten laufen Pilger diesen Weg spezifisch. Die meisten kommen von der Via de la Plata und gehen die 370 Kilometer weiter bis ans Ende des Sanabres in Astorga. Von dort geht es auf den Camino Frances, und am Ende der Pilgerschaft hat man etwa 1400 Kilometer hinter sich gebracht.

Der Camino de Invierno („Winterweg“)

Ein sehr kurzer Weg, welcher wegen seiner Eignung als Winterweg gerne in den späteren oder früheren Monaten des Jahres gelaufen wird. Anders als auf dem Camino Frances ist hier auch die Infrastruktur auf Winterpilger eingestellt und schließt nicht im November ihre Pforten. Die 300 Kilometer sind leicht geschafft und auch dreck- und matschfrei.

Der Camino de Fisterra

Also Bonus laufen einige Pilger den Weg von Santiago nach Muxia und Fisterra. Der Weg ist, nach den Kilometern der vorhergehenden Caminos, eigentlich sehr einfach zu gehen. Ein bisschen auf und ab, aber am Ende erwartet den Pilger die wirkliche „Belohnung“ des Jakobswegs: die 0,0 Kilometer Markierung(en) in Muxia und Fisterra. Schöne Sonnenuntergänge, ein ganz anderes Feeling als auf dem Weg vorher. Ein Beitrag zu diesem sehr empfehlenswerten Anhang, gibt es sehr bald.

Keine Pilger, kein Büro

Seit es Pilgerschaften gibt, gibt es zwei Arten von Menschen: die, die pilgern, und die, die daraus einen Profit schlagen wollen.

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WhatsNext: Nächste Wanderungen, Pilgerschaften, und „wohin soll das führen“

Ein Update für eigentlich nur die paar Handvoll, die das wirklich interessiert…

Der Unterschied zwischen einer Wanderung/Pilgerschaft und einer Wallfahrt/Spaziergang ist die Intention. Spaziergänger und Wallfahrer haben ein Ziel, bei Wallfahrern oft eine Stätte mit religiös großer Bedeutung, Pilger und Wanderer laufen zuallererst mal, um zu laufen, der Weg ist der Grund.

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Der Mosel Camino: Ein Jakobsweg von Koblenz nach Trier, die Zusammenfassung

So, jetzt bin ich also fertig. Acht Tage „entlang“ der Mosel, von Koblenz-Stolzenfels nach Trier. „Entlang“ ist in Anführungsstrichen, weil der Mosel Camino (MC) eigentlich nicht wirklich dem Verlauf des Flusses folgt, sondern seine Windungen direkt, über die Hügel dazwischen, überquert.

Insgesamt waren es 184 Kilometer, 5000 Höhenmeter, acht Tage, und eine ganze Menge Weinberge, Reben, und absolut atemberaubende Aussichten, sowie einige schöne, romantische Abende.

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Der Mosel Camino, Tag 6: von Traben-Trarbach nach Kesten

Vielleicht ist es der Wein, vielleicht die romantische Gegend, oder eine Kombination der Beiden. Vielleicht habe ich auch nur eine dreckige Fantasie. Wenn man aber von der Liebesschlucht über den Bummkopf zum Seitensprung wandert, und dann einen Höhepunkt erreicht, dann gibt’s da schon etwas Gekichere.

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Mosel Camino, Tag 5: von Bullay nach Traben-Trarbach

Die großen Lügen der Menschheit: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen“; „I did not have sexual relations with that woman“ und „steigt der Weg sanft an…“

Je weniger man von Bullay erzählt, desto besser. Eine typische Kleinstadt, in der am Sonntag auch die Cafes und Kneipen geschlossen haben, und niemand Kreditkarten nimmt. Bei Kreditkarten in Deutschland prallen zwei Welten aufeinander: der Komfort des Zahlers und die Kosten für den Bezahlten. Im Umfeld sind da natürlich auch noch Ängste um den Datenschutz und darum, die Gute Alte Zeit der Barzahlung zu verlieren.

Bullay ist ein „gute alte Zeit“ Dorf. Immerhin hat es eine Volksbank, deren Automat aber ständig leer ist, weil eben niemand Kreditkarten akzeptiert.

Nach Bullay geht es erst flach an der Mosel entlang, bis nach Zell. Zell ist eine schöne, wenn auch ein bisschen touristische, Stadt. Christine’s Zug kam erst um Zehn, also essen wir schnell etwas zu Mittag, Winzertorte und Zwiebelkuchen (lecker!), holen uns einen Stempel in der Zeller Tourist Information, nachdem wir in den Kirchen abgeblitzt sind, und ziehen weiter.

Der „sanfte“ Anstieg hinter Zell entpuppt sich als schweißtreibender Aufstieg durch Brennesseln und Brombeeren. Selbst das Fußbad, welches Linderung hätte spenden können, ist von den Dingern überwachsen. Also weiter rauf den Hügel bis, nach 400 Höhenmetern, eine wunderbare Aussicht auf uns wartet.

Kaum hat man sich an die Aussicht gewöhnt, und fühlt sich schon fast ein bisschen für die Anstrengungen belohnt, geht es wieder in den Wald, auf die andere Seite der Moselschleife. Dort bietet der Abstieg nach Enkirch noch einmal Ausblicke und lässt das Herz ein bisschen höher schlagen.

Enkirch ist Bullay’s kleiner Nachbar im Geiste. Restaurants und Beizen sind am Montag geschlossen, nur ein Getränkemarkt hat, barmherziger weise, offen. Gut, ne Flasche Cola Light ist besser als gar nichts, und wir waschen damit halt die mitgebrachten Proteinriegel an der Mosel herunter bevor wir uns auf den Weg nach Traben-Trarbach machen.

In Enkirch gibt es einen Campingplaz an der Mosel. Dort parken heute Fernreisemobile, massive Wohnmobile, wüstentauglich, für ein Treffen. Wir sitzen mit einem Paar aus dem Ruhrpott, essen und trinken, starren auf die Mosel, und das Fernweh packt mich ganz schön. Hier bin ich, Pilger, Kilometerjunkie, Wanderer, Rucksackmensch, und die Dieselmotoren der Mobile hinter mir riechen nach Abenteuer und Wüstensand, nach mit geliebten Menschen die Welt bereisen, nach Neuem erleben. Es dauert einige Minuten bis ich wieder runter komme, bis ich wieder weiß, dass ich ja auch so, meine Welt neu erlebe. 

Das Park Hotel in Traben-Trarbach hat als Einziges noch Zimmer. 105 Euros sind zwar ein stolzer Preis, nicht kompatibel mit dem Pilgerleben, aber was soll man machen. Morgen ist Weinfest in Bernkastel-Kues, 300’000 Menschen werden erwartet, und die Hotels und Hostels sind ausgebucht. Immerhin hat die Pilgerherberge, angeblich eine der Besten in Deutschland, noch Platz. Ich habe bei weitem noch nicht alle gesehen, aber was man so hört könnte das wirklich der Fall sein.

Wir lassen den Tag mit einer Flasche guten Rotweines und nettem Essen auf der Terrasse ausklingen. Morgen geht’s nach Kesten, etwas ab vom Jakobsweg, weil in Monzel auch kein Platz mehr war. Immerhin können wir uns den Aufbau zum Weinfest in Bernkastel-Kues anschauen, wenn wir durchkommen.

Interlude: Hör Mal!

Am Anfang war, wie so oft, die Freundschaft. Eine Unterhaltung am Abend, Einschlafschwierigkeiten. Das war der Tag, an dem ich rausfand, dass meine Stimme dann doch nicht ganz so schlimm ist, wie ich immer dachte. Und dass ich vorlesen kann.

Aus dem Vorlesen in Person wurde das Vorlesen am Telefon, wenn ich mal weg war. Was, leider, ziemlich häufig vorkam. Und aus dem Telefon, welches mit seinem Tuten die Empfängerin aufweckte wenn sie einschlief und ich fertig gelesen hatte, wurde ein MP3.

Dann kamen die Wanderungen. Meine „Abenteuer“ waren genau das Richtige für das abendliche MP3, also nahm ich das auf. Und dann der Gedanke, dass ich ja auch noch ein paar Leser habe, die visuell eingeschränkt sind. Also lud ich den ganzen Täterä auf eine Podcast-Hosting Seite hoch, damit die auch meine Blogposts hören konnten.

Sechs Wochen später schaute ich dann mal rein statt nur hochzuladen. Einer meiner Bekannten hatte den Podcast auf einem Forum und Facebook verlinkt, ein paar Hörer waren dazu gekommen, die dann auch wieder… kurz, ich hatte 900 Zuhörer.

Das macht mir ein bisschen Angst, wenn ich ehrlich sein soll. So gut bin ich dann auch wieder nicht. Ich lese nur ganz gerne und mittelmäßig OK vor. Aber, irgendwie, scheint’s doch gehört zu werden. Und damit habe ich wohl jetzt, seufz, einen Podcast. Hier kann man ihn beziehen:

Oder einfach mal hier reinhören:

Der Mosel Camino, Tag 4: von Treis-Karden nach Bullay

Das Problem mit lieben, alten, Damen, ist deren Schwerhörigkeit und Schlaflosigkeit. Ich lebe seit 4 Jahren in Deutschland, lerne jeden Tag etwas Neues. Heute Nacht habe ich gelernt, dass deutsches Late-Night TV echt scheiße ist.

Muss ich die Landschaft erwähnen? Schöne Ausblicke auf die Mosel, Weinberge, Wälder. Der Weg steigt sanft an, weicher Waldboden macht mich einmal mehr glücklich, und schon bald stehe ich vor Kloster Maria Engelport. Der Camino macht’s mal wieder möglich: das Cafe ist nur am Sonntag geöffnet, und heute ist Sonntag. Sie seien neu, sagt mir die Betreiberin, das Kloster wolle erst einmal sehen ob sich Kaffee und Kuchen lohnen. Für mich auf jeden Fall.

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Der Mosel Camino, Tag 3: von Alken nach Treis Karden

Heute geht’s nach Treis-Karden, und da freue ich mich. Aber nicht so sehr, wie darauf, dass ich ab Bullay eine tolle Wanderbegleitung haben werde. Christine, eine gute Bekannte, stößt dort dazu, was nicht nur bedeutet, dass ich mal ausschlafen kann (sie kommt erst um 10 an), sondern auch, dass ich jemanden zum Duett-Singen habe.

Heute ist so viel passiert, das kann man eigentlich gar nicht in ein Blogpost packen. Aber ich versuchs trotzdem. Wütende Winzer, wichtige Würdenträger und Singende Segler, und das ist nur der Anfang.

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