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WhatsNext: Nächste Wanderungen, Pilgerschaften, und „wohin soll das führen“

Ein Update für eigentlich nur die paar Handvoll, die das wirklich interessiert…

Der Unterschied zwischen einer Wanderung/Pilgerschaft und einer Wallfahrt/Spaziergang ist die Intention. Spaziergänger und Wallfahrer haben ein Ziel, bei Wallfahrern oft eine Stätte mit religiös großer Bedeutung, Pilger und Wanderer laufen zuallererst mal, um zu laufen, der Weg ist der Grund.

Dieser Artikel kann auch als Podcast gehört werden:

Dann ist es natürlich komisch für einen Wanderer/Pilger, jetzt über seine Ziele zu reden. Mache ich trotzdem, weil es mich ehrlich hält, dem inneren Schweinehund keine Chance gibt, zu kneifen, und außerdem Spaß macht, weil Vorfreude die schönste Freude ist.

🏕 Noch zwei Jakobswege in 2018

Das Jahr ist ja noch nicht einmal ansatzweise vorbei, aber es wird langsam Herbst. Das bedeutet mehr Regen, kältere Tage, nassere Nächte, und mehr geschlossene Einrichtungen. Trotzdem will ich noch zwei kleinere Jakobswege dieses Jahr laufen: den Jakobusweg von Ulm nach Konstanz (170 km) und den Jakobsweg ab Trier in Richtung und über Metz (etwa 100 km, also als Weiterführung des Mosel Camino) fortsetzen.

Herbst bedeutet „optimiertes Packen“ und so werde ich wohl weniger von den Jakobswegen schreiben, stattdessen meine Gedanken auf dem Handy zusammenfassen, und dann zuhause entweder täglich oder als großes Superposting meine Geschichte und Meinung kundtun. Schauen wir mal 🙂

Dann kommt der Winter, und damit fünf Monate Stubenhocken, unterbrochen von kurzen Winterwanderungen und einer Hüttentour die ich eigentlich als Geschenk geplant hatte, jetzt aber alleine machen werde. Auch nicht unbedingt verkehrt…

⛰ Höher und Weiter in 2019

Ich werde den praktischen Teil meiner Ausbildung im Mai nächsten Jahres abgeschlossen haben. Dann kommen zwei Semester reines Buchlernen, und das kann man auch unterwegs machen (dem Internet sei Dank). Also ist der (sehr vorläufige) Plan, von München noch einmal nach Santiago zu laufen, diesmal aber über den Camino del Norte. Ab Spanien kann ich meinen Laptop (das Pixelbook) und Klamotten dem Mochilla Service anvertrauen, muss also nicht mehr alles schleppen, und in Frankreich habe ich einige Freunde, die mir den Transport meiner Sachen für ein paar Etappen angeboten haben. Damit gibt’s in DE und ES eben tägliche Updates, in FR nur dann, wenn ich in einer größeren Stadt bin.

📖 Warum ich das erzähle…

Dass sich das Leben ändert, das ist ein Fakt. Meines hat sich mehrmals um 180 Grad gedreht, und ich bin damit oft ganz zufrieden. Dinge, die man an einem Tag für selbstverständlich gehalten hat, werden am nächsten ad absurdum geführt. Das passiert, ist nicht immer toll, aber worauf es ankommt, ist damit umzugehen.

Ich habe letzte Woche einer Bekannten gesagt, das „sich fallen lassen“ keine gute Sache ist. Zu fallen, das ist immer mit einem Aufschlag verbunden. Manchmal ein weicher, manchmal ein harter, und manchmal braucht es Andere, die einen auffangen. Besser ist es, sich treiben zu lassen. Wie ein Ballon. Wenn man mit dem Wind reist, dann wird es ganz still um Einen herum, und man kann die Aussicht genießen, weil man über den Kurs und die Geschwindigkeit sowieso wenig Einfluss hat.

Man kann Ballast abwerfen, sich leichter machen. Und man kann, von Oben, den Ballast ansehen, entscheiden wie nahe man am Boden bleiben will, und welchen Ballast man auspacken und mitnehmen möchte. Sich treiben lassen, das ist langsam und behutsam, nicht schnell und aufregend wie sich fallen zu lassen. 

Mein Leben hat sich drastisch verändert. Das ist erst einmal keine schlechte Sache. Das Schöne ist, dass ich Partner und Freunde an meiner Seite habe, die damit nicht nur umgehen können, sondern auch unterstützend bereit stehen. Das gibt mir die Stärke, jetzt das zu tun, was ich immer tun wollte: mehr von Deutschland und Europa sehen, es zu erlaufen statt zu erfahren, und dabei vielleicht auch mich selbst zu finden. Nicht in der Eso-Schwurbel Weise, sondern ganz realitätsnah: was will ich eigentlich?

Ich liebe meinen Job, und sobald ich mit der Ausbildung durch bin, werde ich wohl die meiste Zeit arbeitend verbringen. Also ist das jetzt meine große Chance, zu Fuß, und mich Dir/Euch als Begleitung, sowohl den richtigen Weg als auch mich zu finden.

Dass mir dabei nicht alles gelingen wird, das ist klar. Dass ich, treibend, auch ab und zu mal abstürzen werde, auch. Dass ich viel sehen und erleben werde, dessen bin ich mir sicher, und dass ich nichts lieber täte als Euch dabei zu haben, das auch. Wer weiß, vielleicht ist das Treiben und „auf die Schnauze fliegen“ eines Suchenden ja auch was, was Euch so viel Spaß macht wie mir. Glänzendes „Reisetagebuch“ mit Instagram-Influencer Photos und happy shiny people die viel Geld ausgeben und sich von hinten mit ausgestreckten Armen vor dem Meer fotografieren lassen gibt es hier nicht. Brennnesseln und Sonnenbrand schon.

Ich weiß nicht viel. Ich lerne. Und was ich so lerne, das erzähle ich hier.

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