BarCamps

Saarbrücken, Zucker, und Zombies… das SaarCamp 2018

Ich mag Saarbrücken. Das kann daran liegen, dass mir Ralph in der Nautilus Bar immer so schöne Cocktails serviert. Oder daran, dass die Stadt übersichtlich ist, und ich viel zu Fuß machen kann. Oder dass das Bundesland ein bisschen wie Island ist, eine kleine Horde die trotzig und stolz ihren eigenen Weg geht.

Egal warum, ich bin immer gerne auf dem SaarCamp. Letztes Jahr bin ich direkt von dort auf den Jakobsweg gegangen, dieses Jahr habe ich mir spontan ein paar mehr Tage Zeit gelassen bis es wieder los geht. Auch das zeigt, wie sehr ich das SaarCamp mag. Zwischen Umzug, Auszug aus der alten Wohnung, Prüfungen, und dem Jakobsweg, habe ich eigentlich gar keine Zeit für ein BarCamp, aber Saarbrücken zu verpassen, das ist fast undenkbar.

Dass dann #neuropsychologie auch noch auf dem Poster war… na, da kann man ja gar nicht mehr anders als zu kommen, oder?

Weil jedes gute BarCamp mit Frühstück anfängt, erstmal ein Bild davon:

Das kam nämlich von Chez Jerome, was ganz passend war. Als Anlaufstätte für Nachtwesen, die um 4 Uhr morgens noch schnell was futtern wollen, ist der ja bekannt, und was ist besser auf einen Freitags-Kater als ein Jerome-Sandwich. Mein Blutzucker hat sich den Tag über echt gefreut, zwischen Morgen-Sandwich, Mittags-Pizza, Donuts, und Pommes am Abend, aber die potentiellen sechs Monate Lebensverkürzung ist es das wert.

Essen also (die Suppen am Sonntag waren auch eine Spitzenidee) prima!

Die Eröffnungsrunde war klasse. Kurz, prägnant, kein Rumgeschwurble, und (yay!) keine „Drei Hashtags„. Witzigerweise war das SaarCamp auch eines der sozialsten und aktivsten dieses Jahr, was zeigt, dass wer kann, der kann, und braucht keine Drei Hashtags.

In der Goodie-Tüte gab’s diesmal übrigens ein Handtuch. Schade, dass Towel Day am Freitag war, aber trotzdem ziemlich cool. Außer dem Handtuch habe ich auch noch ein paar „Neuronade“ Drinkpulver abgestaubt, die muss ich mir mal angucken und vielleicht unter Bildgebung und EEG mal verifizieren. Behaupte nix auf einem BarCamp, dass du nicht verifiziert haben willst.

Ziemlich gleich danach war ich in Maria’s DSGVO Session, was leider hieß dass ich Silke’s „Reisen und Arbeiten“ Session verpasst hatte. Naja, nächstes BarCamp, aber die DSGVO ist natürlich, besonders weil ich mikka.is noch nicht konform hatte, wichtiger gewesen, und Maria ist spitze.

Dann meine Session. Seit dem letzten SaarCamp hatte ich das Thema „Sex, Drugs, and Brains“ als mein Leitthema, und es war Zeit, das Ganze zu beenden. Das Gleiche, zu oft, macht Keinem Spass, und die Idee des BarCamps ist es ja nicht, zu dozieren oder Vorträge zu halten, sondern Neues zu lernen, Anderen eine Stimme zu geben, und sich selbst weiter zu entwickeln.

Also schloss ich die „Serie“ mit 45 Minuten über den Left Brain Interpreter, Kognitivdissonanzen, und Internettrolle ab. War gut besucht, hatten Spaß (denke und hoffe ich), schöner Abschluss.

Nach dem Mittagessen verbrachte ich ein paar Minuten im Hallway Track, also draußen in der Sonne, und wir diskutierten Gehirne, Bier, und Kinder. Gefühlte zwanzig Liter e-Liquid und acht Kartons Zigaretten müssen hier weggeraucht und -gedampft worden sein.

Der Ministerpräsident des Saarlands, Tobias Hans, kam um vier. Viel erwartet hatte ich nicht, weil Politiker. Wurde dann aber ganz schön überrascht. Lieblingssatz: „Ich regiere ein ganzes Bundesland von meinem Smartphone“ — witzigerweise glaube ich ihm und denke er schafft das, wenn er von Digitalisierung und Zukunftspolitik redet. Auch toll: er hat sich den BarCamp Gedanken zu Eigen gemacht, sein „Auftritt“ war eine Session, mit Diskussion und Unterhaltung, nicht ein Vortrag oder PR Stunt. Er scheint auch ein Fan des BarCamps geworden sein, es bleibt zu hoffen, dass er sich seine Informationen und Inspirationen von den Machern des SaarCamp und nicht irgendwelchen Selbstpromotern mit Profitmotiv holt.

Das Abendessen kam, nachdem ich noch einmal kurz eine Session zum Thema Gesundheitswesen und Pflegenotstand angeboten und gehalten hatte, mit Currywurst, Pommes, Cocktails, und vielen schönen Geschichten und verspäteten Hallos. Nach ein paar Minuten rumsitzen und sich freuen, dass man in guter Gesellschaft ist, zog es mich dann doch in die Nautilus, welche ich viel, viel, zu spät verließ.

Sonntag begann, wie es für Qualitätssonntage üblich ist, etwas langsamer. Trotzdem sehr rege Beteiligung mit besserer Anwesenheit als auf vielen anderen Camps. Wieder prima Sessions, eine über den Jakobsweg (von einer „Spiritual Guide“ mit der ich dann über die Frage ob es OK ist, wenn sich ein Mann mitten in der Nacht ungefragt an eine Frau kuschelt, ein bisschen Zoff hatte), und mehr. Auf dem Hallway Track diesmal „Verrückte Dinge, die uns beim Bund passiert sind“ und „Bewerbungsgespräche die nicht wirklich lustig waren“. Also Dinge, die es einfach noch schwerer machen, dann am Sonntag wieder nach Hause zu fahren.

Toll war’s. Die Orga war spitze, die Location klasse, die Menschen toll, die Sessions aufschlussreich, und das Essen gelungen, wenn auch ein bisschen kohlenhydratlastig.

Mehr Bilder gibt’s auf Google Photos (Link zu einer Google Webseite, Ihr kennt den DSGVO Bullshit Drill).

Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder, SaarCamp. Danke für einen super-tollen Event.

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